Basierend auf einer Medienmitteilung der Universität Leipzig

In einer globalen Studie haben Forschende herausgefunden, unter welchen Bedingungen nicht heimische Pflanzen in den zahlreichen Trockengebieten der Erde besonders gut gedeihen und was ihre Verbreitung hemmt. Anhand von Daten aus 98 Untersuchungsgebieten in 25 Ländern auf sechs Kontinenten zeigten sie, dass diese Pflanzen meist schneller wachsen als einheimische Arten und vor allem dort erfolgreicher sind, wo Böden stark beweidet werden und nährstoffreicher sind. Sie breiten sie sich dagegen weniger aus, wenn viele verschiedene einheimische Pflanzen vorhanden waren.

Der Erfolg von nicht heimischen, mehrjährigen Pflanzen in Trockengebieten hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab, so die Wissenschaftler:innen. Dazu gehöre das lokale Klima, die Bodenqualität und die Vielfalt der heimischen Pflanzen. „Eine hohe biologische Vielfalt schützt Trockengebiete vor invasiven Pflanzen“ sagt Dr. Soroor Rahmanian von der Universität Leipzig und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Sie ist gemeinsam mit Prof. Dr. Nico Eisenhauer Erstautorin der Studie, die gerade in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlicht wurde. Die Forschenden analysierten im Zeitraum von 2016 bis 2019, wie Umweltbedingungen, die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Tiere sowie menschliche Aktivitäten zusammenwirken und die Trockengebiete beeinflussen. Sie fokussierten sich auf mehrjährige Pflanzen und untersuchten 41 nicht heimische Arten. Diese Pflanzen kamen meist nur in kleinen Mengen vor. Nur wenige waren in bestimmten Gebieten besonders häufig zu finden.

Etwa 45 Prozent der Erdoberfläche bestehen aus Trockengebieten. Sie bieten über zwei Milliarden Menschen einen Lebensraum. „Trotz ihrer Bedeutung für die Umwelt und Gesellschaft ist noch immer wenig darüber bekannt, wie verschiedene Faktoren den Erfolg von nicht heimischen mehrjährigen Pflanzenarten in diesen Gebieten beeinflussen. Dieser hängt stark von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab“, betont Prof. Dr. Eisenhauer von der Universität Leipzig und iDiv.

„Nicht heimische Pflanzen haben sich vor allem auf stark beweideten Flächen mit nährstoffreichem Boden ausgebreitet. Diese Bedingungen finden sich häufig in weniger extrem trockenen Gebieten und begünstigen Pflanzen, die schnell wachsen und gut mit Störungen umgehen können“, sagt Dr. Rahmanian. Neben der höheren Bodenfruchtbarkeit hätten schnellere Zersetzungsraten und ein größerer Pilzreichtum das Wachstum nicht heimischer Pflanzen begünstigt.

Die Forschenden fanden außerdem heraus, dass nicht heimische Pflanzen oft größer sind und deshalb mehr Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Diese Eigenschaften helfen ihnen, die nährstoffreichen und widrigen Bedingungen, die durch Beweidung entstehen, besser zu nutzen.


Originalpublikation

(Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit iDiv-Affiliation fett hervorgehoben)
Soroor Rahmanian, Nico Eisenhauer, Yuanyuan Huang, Martin Hejda, Petr Pyšek, Hannes Feilhauer, David J. Eldridge, Nicolas Gross, Yoann Le Bagousse-Pinguet, Hugo Saiz, Manuel Delgado-Baquerizo, Miguel Berdugo, Victoria Ochoa, Beatriz Gozalo, Sergio Asensio, Emilio Guirado, Enrique Valencia, Miguel García-Gómez, Juan J. Gaitán, Betty Mendoza, César Plaza, Paloma Díaz-Martínez, Jaime Martínez-Valderrama, Mehdi Abedi, … Fernando T. Maestre(2026). Abiotic and biotic controls of non-native perennial plant success in drylands, Nature Ecology & Evolution, DOI: 10.1038/s41559-025-02971-6

Ansprechpersonen

Dr. Soroor Rahmanian
Humboldt-Forschungsstipendiatin
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv)
Universität Leipzig
E-Mail: soroor.rahmanian@idiv.de

Prof. Dr. Nico Eisenhauer
Leiter Experimentelle Interaktionsökologie
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv)
Universität Leipzig
Telefon: +49 341 97 33167
E-Mail: nico.eisenhauer@idiv.de

Blick auf Trockenlandökosysteme im Nationalpark La Campana, Chile.

Diese Karte zeigt die Untersuchungsgebiete in Trockengebieten weltweit sowie die in den jeweiligen Regionen am häufigsten vorkommenden nicht heimischen Pflanzenarten.