Eine internationale Koalition aus acht Synthesezentren und Initiativen hat eine gemeinsame Projektausschreibung gestartet, die sich einer der drängendsten wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit widmet: dem Zusammenspiel von Biodiversität und Klimawandel. Die Einrichtungen sind Teil des vom Synthesezentrum sDiv am Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) koordinierten International Synthesis Consortium.

Im Rahmen der Initiative werden 14 internationale Forschungsprojekte gefördert. Dafür stellen die beteiligten Zentren gemeinsam rund 1,7 Millionen Euro bereit, unter anderem für wissenschaftliche Stellen. Ziel der koordinierten Ausschreibung ist es, zentrale Fragen zu Biodiversität und Klima aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven zu untersuchen.

„Wir konnten eine beeindruckende Zahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über politische und disziplinäre Grenzen hinweg mobilisieren“, sagt Dr. Marten Winter, Leiter von sDiv. „Forschende auf der ganzen Welt arbeiten über verschiedene Synthesezentren hinweg zusammen und starten Initiativen in einem Umfang, von dem wir bisher nur träumen konnten.“

Synthesezentren bringen Forschende zusammen, um vorhandene Daten, Wissen und Fachkompetenz zu bündeln und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Insgesamt 214 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind an den in dieser Ausschreibung geförderten Projekten beteiligt. Die Vorhaben laufen zwei bis drei Jahre und sind auf fünf Kontinenten angesiedelt.

Die Themen reichen von der Modellierung künftiger Biodiversitätsentwicklungen über Überschwemmungsgebiete im Amazonasgebiet bis hin zu klimaresilienter Binnenfischerei und sogenannten Blue-Carbon-Ökosystemen. Auch arktische Süßwassersysteme sowie Fragen der gemeinschaftlichen Ressourcenbewirtschaftung werden untersucht. Ein erstes gemeinsames virtuelles Symposium aller Projektteams ist für Anfang Juni geplant.

Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat sich das Synthesezentrum sDiv am iDiv zu einem international beachteten Modell für Syntheseforschung entwickelt. Ziel ist es, ökologische Daten und Theorien zusammenzuführen, um Veränderungen der Biodiversität, ihre Ursachen und ihre Folgen für Ökosysteme besser zu verstehen. sDiv hat bislang Hunderte internationale Projekte unterstützt und zu mehr als 50.000 Zitationen in der wissenschaftlichen Literatur beigetragen.

Teilnehmende Einrichtungen

  • African Synthesis Centre for Climate Change, Environment and Development (ASCEND), Südafrika
  • Aquatic Synthesis Research Center (AquaSYNC), Dänemark
  • Canadian Institute of Ecology and Evolution (CIEE-ICEE), Kanada
  • Centro de Síntese em Biodiversidade e Serviços Ecossistêmicos (SinBiose), Brasilien
  • Institute for Global Change Biology (IGCB), University of Michigan, USA
  • Just Transformations to Sustainability (JTS) Initiative, University of Notre Dame, USA
  • National Center for Ecological Analysis & Synthesis (NCEAS), USA
  • sDiv Synthesezentrum am Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), Deutschland

„Diese Initiative zeigt, wie wichtig globale Zusammenarbeit ist“, sagt Ben Halpern, Direktor des NCEAS in den USA. „Durch die Bündelung von Fachwissen und Ressourcen können wir Herausforderungen im Bereich Biodiversität und Klima in einem Umfang angehen, den keine einzelne Institution allein bewältigen könnte.“

Marisa Mamede, Geschäftsführerin von SinBiose in Brasilien, ergänzt: „Die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich kommt genau zur richtigen Zeit. Wir brauchen belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse für politische Entscheidungen. Unsere gemeinsamen Anstrengungen sollen dazu beitragen, eine global relevante Botschaft zu vermitteln.“

Beitrag von sDiv

Neben der Koordination der Ausschreibung wird sDiv auch zwei der neu geförderten Projekte am iDiv in Leipzig beherbergen: sModelProBio, das heute startet, und sEcoCarbonMarkets, das im Herbst beginnen wird. Beide Projekte stehen exemplarisch für das Ziel von sDiv, Syntheseforschung voranzubringen, die Erkenntnisse für Naturschutz, Politik und nachhaltiges Management liefert.

Mit der Initiative will das International Synthesis Consortium wissenschaftlich fundierte und praxisrelevante Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger bereitstellen. Durch die Verbindung globaler Expertise mit integrierter Datenanalyse sollen die Projekte das Wissen stärken, das zum Schutz der biologischen Vielfalt in einem sich rasch wandelnden Klima erforderlich ist.

 

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Kontakt

Dr Marten Winter
Leiter von sDiv
Universität Leipzig
Telefon: +49 341 9733129
E-Mail: marten.winter@idiv.de

 

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