Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) ist in Mitteldeutschland eine Drehscheibe der internationalen Biodiversitätsforschung. Forschungsziel und Aufgabe ist die Förderung theoriebasierter Synthese und datenorientierter Theoriebildung.
Das Synthesezentrum sDiv ist inhaltlich und physisch in iDiv integriert. Das Synthesezentrum dient der Förderung von Theorie und Synthese in den aufstrebenden Biodiversitätswissen-schaften.
Die Graduiertenschule yDiv wurde ins Leben gerufen, um eine neue Generation interdisziplinär arbeitender Biodiversitätswissenschaftler auszubilden.

Aktuelles aus unserem Forschungszentrum

Studie zu Mykorrhiza-Gemeinschaften

Der Safrangelbe Hautrindenpilz (Piloderma croceum) und sein Zusammenleben mit Eichen steht im Mittelpunkt der Untersuchungen des DFG-Forschungsprojekts „TrophinOak“, das einen wichtigen Beitrag zur Entschlüsselung der Entwicklung der Ektomykorrhiza-Pilze geliefert hat. Foto: Dr. Sylvie Herrmann/UFZ Der Safrangelbe Hautrindenpilz (Piloderma croceum) und sein Zusammenleben mit Eichen steht im Mittelpunkt der Untersuchungen des DFG-Forschungsprojekts „TrophinOak“, das einen wichtigen Beitrag zur Entschlüsselung der Entwicklung der Ektomykorrhiza-Pilze geliefert hat. Foto: Dr. Sylvie Herrmann/UFZ

Ektomykorrhiza-Pilze, deren Markenzeichen die symbiotische Lebensweise mit Bäumen ist, sind rund 100 Millionen Jahre jünger als ihre Vorfahren, die Braunfäule- und Weißfäulepilze. Zudem sind die entscheidenden Genomanpassungen, die diesen Pilzen ihre speziellen Lebensstil ermöglichen, im Laufe der Evolution offenbar mehrfach entstanden. Das schließt ein internationales Forscherteam aus der ersten umfassenden vergleichenden phylogenetischen Analyse von Mykorrhizapilzen, die jetzt im renommierten Fachjournal Nature Genetics veröffentlicht wurde. Diese Sequenzen bieten grundlegende Informationen, wie sich die Symbiosen zwischen Pilzen und Bäumen entwickelt haben.

Mit Hilfe dieser genetischen Untersuchungen hoffen die Forscher, künftig tiefer in die Geheimnisse der Vielfalt der Mykorrhizapilze vordringen zu können, um die Wechselwirkungen mit den Wirtspflanzen und deren Rolle in Waldökosystemen besser zu verstehen.
An der Entdeckung des internationalen Wissenschaftlerteams waren auch Forschende des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung  beteiligt. iDiv hat Sequenzierungen und Auswertungen für das Projekt mitfinanziert. sDiv hat zudem das gesamte internationale MGI-Konsortium im Juni 2011 zu einem Workshop nach Leipzig eingeladen, wo an dem Artikel für Nature Genetics gemeinsam gearbeitet wurde. 

 

Wissenschaftlicher Nachwuchs für yDiv

Galini Papadopoulou, Prof. Martin Schlegel, Markus Germany Galini Papadopoulou, Prof. Martin Schlegel, Markus Germany

Am 23. Februar 2015 fand bereits das vierte yDiv-Aufnahme-Symposium für externe Doktorandinnen und Doktoranden statt. Diesmal präsentierten Galini Papadopoulou (iDiv/FSU Jena) und Markus Germany (MLU Halle-Wittenberg) ihre wissenschaftlichen Projekte. Dabei erläuterten sie vor den anwesenden iDiv- und yDiv-Kollegen, in welchem Maße sich ihre Forschung den Schwerpunktthemen annimmt, die das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) fokussiert: die Entstehung und die Erfassung von Biodiversität, welchen Einfluss diese auf komplexe Ökosysteme hat und wie Biodiversität wirkungsvoll geschützt werden kann.

Citizen-Science-Konferenz in San José

Susanne Hecker auf der CSA-Konferenz (Foto: Monique Luckas) Susanne Hecker auf der CSA-Konferenz (Foto: Monique Luckas)

Inwieweit kann die Beteiligung von Bürgern in Forschungsprojekten eine Bereicherung für die Wissenschaft sein? Welche Herausforderungen kommen auf Gesellschaft und Wissenschaft zu, wenn immer mehr Projekte mithilfe interessierter Laien durchgeführt werden? Diese und ähnliche Fragen diskutierten die Teilnehmer der Eröffnungskonferenz der Citizen Science Assoiation (CSA) in San José, Kalifornien. Es kamen mehr als 600 Teilnehmer aus 25 Ländern. Auch das Forschungszentrum iDiv war präsent. Susanne Hecker von der Forschungsgruppe Ökosystemare Dienstleistungen moderierte die Diskussionsrunde „Research on and Evaluation of the Citizen Science Experience” und stellte anlässlich einer Poster-Session das engagierte Projekt BürGEr schaffen WISSen – Wissen schaft Bürger (GEWISS) vor.

  • Informationen zu GEWISS
  • Informationen zur Konferenz (in englischer Sprache)

Studie: Artenreiches Grasland wächst nach Flutkatastrophen besser als artenarmes

Überflutete Versuchsparzellen des Jena Experiments 2013 (Foto: Victor Malakhov) Überflutete Versuchsparzellen des Jena Experiments 2013 (Foto: Victor Malakhov)

In den kommenden 100 Jahren wird die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse zunehmen. In Europa könnte das zu weiteren Hoch­wasserkatastrophen ähnlich der Flut im Jahr 2013 führen, die mit enormen Schäden für Mensch und Natur einherging. Die Folgen solch extremer Wetterereignisse für Landschaften wie zum Beispiel das Grasland haben nun iDiv-Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der TU München untersucht und dabei festgestellt: Artenreiches Grasland ist in der Lage, zusätzliche Substanzen, die durch die Flut in eine Region geschwemmt werden, in Pflanzenbiomasse umzuwandeln. Die Studie ist bei Nature Communications erschienen.

  • Direkt zur Studie (in englischer Sprache)

Sonderausgabe: Pflanzenphysiologie trifft Biodiversitätsforschung

Sonderausgabe: Pflanzenphysiologie trifft Biodiversitätsforschung

In einer aktuellen Sonderausgabe des Journal of Plant Physiology präsentieren Ökologen, Evolutionsbiologen und Physiologen eine Reihe von Beiträgen zur physiologischen Biodiversitätsforschung – kurz Physiodiversity. Der zweitägige Workshop „Biodiversität trifft Physiologie“ am Synthesezentrum sDiv im Herbst 2013 bildete den Grundstein für die bemerkenswerte Edition. Prof. Christian Wilhelm, iDiv-Mitglied und langjähriger Chefredakteur des Journals, hatte die Veranstaltung initiiert.

 

Nun ist die Sammlung über neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich der modernen Pflanzenphysiologie als erste Sonderausgabe 2015 mit insgesamt 14 Beiträgen erschienen: Neben Artikeln über den Prozess der Kohlenstoffaufnahme von Pflanzen oder biotische Interaktionen erwarten den Leser ein Beitrag über die Evolution und Diversität von Mykorrhizapilzen von Prof. François Buscot, Co-Direktor iDiv, und die Einführung zur "Physiodiversity" von Herausgeber Christian Wilhelm und iDiv-Direktor Prof. Christian Wirth.

 

  • Mehr zur Sonderausgabe und alle Beiträge zum downloaden auf sciencedirect.com (in englischer Sprache)

Erstes nationales Zentrum forscht für unsere Zukunft

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Biodiversitätsforschung als aufstrebende Wissenschaftsdisziplin etabliert. Auch in Deutschland steht sie unter hohem Zeit- und Erwartungsdruck und benötigt dringend Investitionen. Das seit dem 1. Oktober 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) soll sich zu einer internationalen Drehscheibe der Biodiversitätsforschung entwickeln.

 

Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)

  • bündelt Forschungsvorhaben über Ländergrenzen hinweg
  • vernetzt die weltweit besten Wissenschaftler
  • vereint Empiriker und Theoretiker vielfältiger Fachrichtungen
  • fokussiert Theoriebildung und Synthese (Synthesezentrum sDiv)
  • fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs (Graduiertenschule yDiv)
  • vermittelt die Bedeutung von Schutz und Erforschung der Biodiversität

Vier Kernfragen

Vier Kernfragen

iDiv, the German Centre for Integrative Biodiversity Research

Mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) soll in Mitteldeutschland eine Drehscheibe der internationalen Biodiversitätsforschung entstehen. Forschungsziel und Aufgabe ist die Förderung theoriebasierter Synthese und [...]
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Biodiversität erleben

iDiv möchte generationen-übergreifend über die Biodiversitätskrise und ihre möglichen Folgen aufklären, zum Nachdenken über soziales, politisches und gesellschaftliches Handeln im Zusammenhang mit Umwelt- und Naturschutz anregen und positive Veränderungen anstoßen. iDiv wird zukünftig eine Vielzahl an Informations-angeboten zur Biodiversitätswissenschaft entwickeln.

Nachhaltige Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen

Die intensive Nutzung von Land- und Wasserressourcen, Waldzerstörung und Klimawandel gefährdet akut weltweit eine Vielzahl der Lebensformen. Es wird immer deutlicher, dass wir Menschen uns damit auch eine eigene Lebensgrundlage entziehen. In den nächsten 200 Jahren könnte etwa die Hälfte aller Arten an Land und im Wasser aussterben. Da nur zehn Prozent von ihnen überhaupt bekannt sind, könnten neun von zehn Organismen unentdeckt von der Erde verschwinden. Um dem drastischen Artensterben und dessen Folgen entgegen zu wirken, brauchen wir weitere nachhaltige Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen. iDiv hat sich den Schutz der Biodiversität zum Ziel gesetzt.

Kontakt

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

 

Deutscher Platz 5e

04103 Leipzig

 

Tel: +49 341 9733105

E-Mail: info@idiv.de