10.02.2017 | TOP NEWS, sDiv

Das Wiederherstellen zerstörter Ökosysteme ist problematischer als gedacht

Die Studie warnt vor Ökosystem-Management-Strategien, die vor allem auf Entschädigung und Wiederherstellung durch z.B. Wiederaufforstung setzen, weil sie die Zahl der weniger funktionalen und vielfältigen Ökosysteme erhöhen werden. Foto: guentermanaus – Fotolia

Annapolis (MD)/Leipzig. Die Wiederherstellung von Ökosystemen gilt als ein wichtiges Mittel, um verlorengegangene Biodiversität zurückzuholen und diese Lebensräume wieder widerstandsfähig zu machen. Aber neue Untersuchungen fanden heraus, dass selbst wenn sich das Ökosystem vollständig erholt hat, es typischerweise Jahrzehnte braucht bis die verlorengegangene Biodiversität zurück ist und Ökosystemfunktionen wie Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf wieder auf den Niveau sind wie vor der Zerstörung.

Die Studie zeigt, dass der Schutz von Ökosystemen vor menschlichen Einflüssen der beste Weg ist, um die vielfältigen Ökosystemfunktionen kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Die Autorinnen und Autoren warnen daher vor Ökosystem-Management-Strategien, die vor allem auf Entschädigung und Wiederherstellung durch z.B. Wiederaufforstung setzen, weil sie die Menge der weniger funktionalen und vielfältigen Ökosysteme erhöhen werden.

Die Studie wurde unterstützt vom National Socio-Environmental Synthesis Center (SESYNC) mit Förderung der National Science Foundation (NSF), vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und von sDiv, dem Synthese-Zentrum von iDiv. Die Autorinnen und Autoren trafen sich im Mai 2014 zum sDiv-Workshop „Restoration synthesis“ in Leipzig. Die Ergebnisse sind jetzt in den Journalen Nature Communications und PLOS ONE erschienen.

 

Mehr dazu auf Englisch in der Pressemitteilung des National Socio-Environmental Synthesis Center (SESYNC) an der University of Maryland: https://www.sesync.org/news/wed-2017-01-18-1109/new-study-ecosystem-disturbance-and-the-recovery-debt

 

Publikationen:

David Moreno-Mateos, Edward B. Barbier, Peter C. Jones, Holly P. Jones, James Aronson, José A. López-López, Michelle L. McCrackin, Paula Meli, Daniel Montoya & José M. Rey Benayas (2017): Anthropogenic ecosystem disturbance and the recovery debt. Nature Communications 8, 14163, published online 20 January 2017 (Open), doi:10.1038/ncomms14163
http://dx.doi.org/10.1038/ncomms14163

Meli P, Holl KD, Rey Benayas JM, Jones HP, Jones PC, Montoya D, et al. (2017) A global review of past land use, climate, and active vs. passive restoration effects on forest recovery. PLoS ONE 12(2): e0171368.
http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0171368

 

Links:

sDiv Workshop „Restoration synthesis“: https://www.idiv.de/sdiv/working_groups/sesync_ufz_sdiv/restoration_synthesis.html

„A Restoration Synthesis“  at SESYNC: https://www.sesync.org/project/restoration-synthesis

 

 

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