11.11.2016 | TOP NEWS, Biodiversitätstheorie, Experimentelle Interaktionsökologie

Durch Wechsel zu Monokulturen: Kleinräumige Agrarwirtschaft in den Tropen weniger schonend für Biodiversität als angenommen

Kleine Landwirtschaft mit kürzlich gepflanzten Ölpalmen (Foto: Andrew Barnes).

Kleine Landwirtschaft mit kürzlich gepflanzten Ölpalmen (Foto: Andrew Barnes).

Eine weitere Ölpalmplantage auf Sumatra, Indonesien (Foto: Yann Clough).

Eine weitere Ölpalmplantage auf Sumatra, Indonesien (Foto: Yann Clough).

Monokultur von Gummibäumen auf Sumatra (Foto: Andrew Barnes).

Monokultur von Gummibäumen auf Sumatra (Foto: Andrew Barnes).

Naturnaher Regenwald (Foto: Andrew Barnes).

Naturnaher Regenwald (Foto: Andrew Barnes).

Im Tiefland von Sumatra (Indonesien) ist die Abholzung in den letzten 20 Jahren drastisch vorangeschritten. Der Hauptgrund ist die Umwandlung von naturnahem Wald zu Ölpalmen-Plantagen. Bisherige Studien haben sich vor allem auf die Produktion von Palmöl auf großen Plantagen und deren Auswirkungen auf Wald und Boden konzentriert. Nun haben Wissenschaftler untersucht, welche landwirtschaftlichen Methoden Kleinbauern in Indonesien wählen. Kleinräumige, mosaikartige Landwirtschaftsflächen galten bislang oft als Modellsysteme für die Produktion ökonomischer Güter bei gleichzeitiger Bewahrung der Biodiversität.

Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen jedoch, dass auch die Kleinbauern in Indonesien mehr und mehr die profitabelsten Monokulturen von Ölpalmen und Gummibäumen anbauen. Dadurch erreichen sie eine höhere Produktion und somit ein besseres Einkommen. Gleichzeitig sinken in der Landschaft jedoch die Diversität von Pflanzenarten, Wirbeltieren, wirbellosen Tieren und Einzellern sowie die genetische Diversität der Pflanzen. Ebenso nimmt eine Vielzahl ökologischer Funktionen ab. Dies berichtet ein internationales Team aus 40 Forschern in der Fachzeitschrift Nature Communications. Unter den Studienautoren sind Dr. Andrew Barnes und Prof. Ulrich Brose vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die aktuelle Studie konzentriert sich war auf Sumatra, doch ähnliche Probleme gibt es auch an vielen anderen Orten weltweit.

Weiterlesen in der Pressemitteilung der Universität Göttingen (auf Deutsch): http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5663

Weiterlesen in der Pressemitteilung der Universität Lund (auf Englisch): http://www.lunduniversity.lu.se/article/small-scale-agriculture-threatens-the-rainforest

 

Publikation:

Clough, Yann, Vijesh V. Krishna, Marife D. Corre, Kevin Darras, Lisa H. Denmead, Ana Meijide, Stefan Moser, Oliver Musshoff, Stefanie Steinebach, Edzo Veldkamp, Kara Allen, Andrew D. Barnes, Natalie Breidenbach, Ulrich Brose, Damayanti Buchori, Rolf Daniel, Reiner Finkeldey, Idham Harahap, Dietrich Hertel, A. Mareike Holtkamp, Elvira Hörandl, Bambang Irawan, I. Nengah Surati Jaya, Malte Jochum, Bernhard Klarner, Alexander Knohl, Martyna M. Kotowska, Valentyna Krashevska, Holger Kreft, Syahrul Kurniawan, Christoph Leuschner, Mark Maraun, Dian Nuraini Melati, Nicole Opfermann, César Pérez-Cruzado, Walesa Edho Prabowo, Katja Rembold, Akhmad Rizali, Ratna Rubiana, Dominik Schneider, Sri Sudarmiyati Tjitrosoedirdjo, Aiyen Tjoa, Teja Tscharntke & Stefan Scheu. Land-use choices follow profitability at the expense of ecological functions in Indonesian smallholder landscapes. Nat. Commun. 7, 13137 doi: 10.1038/ncomms13137 (2016).

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Ulrich Brose

Leiter der Arbeitsgruppe Biodiversitätstheorie am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und Professor für Biodiversitätstheorie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Tel. +49 341 9733 205

https://www.idiv.de/the-centre/employees/details/eshow/brose-ulrich.html

und

Dr. Andrew Barnes (nur Englisch)

Postdoktorand in der Arbeitsgruppe Experimentelle Interaktionsökologie am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig

Tel.: +49 341 9733 122

https://www.idiv.de/en/the-centre/employees/details/eshow/barnes-andrew.html

Diese Seite teilen:
iDiv ist ein Forschungszentrum derDFG Logo
toTop