03.07.2016 | TOP NEWS

Jasmonatarmer Tabak ist für Säugetiere ein gefundenes Fressen

Das Berg-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus nuttallii) frisst auch in der Natur an Pflanzen des Kojotentabaks. Foto: Danny Kessler, MPI chem. Ökol.

Jena. Der Kojotentabak (Nicotiana attenuata) bildet ein starkes Nervengift: Nicotin. Die Nicotinproduktion wird durch Jasmonate, pflanzliche Hormone, je nach Bedarf oder Befall gesteuert. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, der Universität Bern und der Washington State University konnten nun zeigen, wie wichtig diese Hormone für das Überleben der Pflanzen in der Natur sind, wenn sie von Säugetieren angefressen werden. Pflanzen, die aufgrund einer genetischen Veränderung einen Jasmonat-Mangel aufwiesen, wurden sowohl von Insekten als auch von Wirbeltieren stärker attackiert.

Während sich Insektenbefall jedoch kaum auf die Blütenbildung auswirkte, befallene Pflanzen also trotzdem ausreichend Samen bilden konnten, schädigten gefräßige Säugetiere die pflanzliche Reproduktionsfähigkeit nachhaltig. Dabei spielte das Nicotin als Abwehr gegen Säugetiere eine entscheidende Rolle. Besonders Kaninchen fanden Tabakpflanzen, in deren Stängeln kein Nicotin mehr gebildet wurde, sehr appetitlich. Das Gift ist in den äußeren Gewebeschichten der Stängel ein besonders effektiver Schutz. Die Studie, die die jasmonatgesteuerte pflanzliche Verteidigung gegen Säugetiere in der Natur untersucht, wurde jetzt in der Zeitschrift eLife veröffentlicht (eLife, Juni 2016, DOI: 10.7554/eLife.13720). An der Studie beteiligt war ebenfalls Prof. Ian T. Baldwin vom MPI-CE, der auch iDiv-Mitglied ist.

Mehr dazu in der Pressemitteilung des MPI-CE in Jena: http://www.ice.mpg.de/ext/index.php?id=1285&L=1

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