Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)
Halle-Jena-Leipzig
 
24.03.2017 | TOP NEWS, Experimentelle Interaktionsökologie

Wie gefährdet sind Bodentiere?

Die räuberischen Hundertfüßer sind weltweit zu finden. Dieses Exemplar stammt aus der Ordnung der Erdläufer (Foto: Sarah Zieger).

Die räuberischen Hundertfüßer sind weltweit zu finden. Dieses Exemplar stammt aus der Ordnung der Erdläufer (Foto: Sarah Zieger).

Springschwänze sind so klein, dass sie mit freiem Auge gerade noch erkennbar sind. Ihren Namen verdanken sie einem kleinen Anhängsel, das sie zum Springen verwenden (Foto: Sarah Zieger).

Springschwänze sind so klein, dass sie mit freiem Auge gerade noch erkennbar sind. Ihren Namen verdanken sie einem kleinen Anhängsel, das sie zum Springen verwenden (Foto: Sarah Zieger).

Die auffällige Körperform hat den Kugelspringern, einer Untergruppe der Springschwänze, ihren Namen gegeben (Foto: Sarah Zieger).

Die auffällige Körperform hat den Kugelspringern, einer Untergruppe der Springschwänze, ihren Namen gegeben (Foto: Sarah Zieger).

Asseln sind kleine Krebstierchen, die im feuchten Boden leben (Foto: Sarah Zieger).

Asseln sind kleine Krebstierchen, die im feuchten Boden leben (Foto: Sarah Zieger).

Der Körper der Samtmilbe ist fein behaart (Foto: Sarah Zieger).

Der Körper der Samtmilbe ist fein behaart (Foto: Sarah Zieger).

Doppelfüßer ernähren sich von Pflanzenmaterial (Foto: Sarah Zieger).

Doppelfüßer ernähren sich von Pflanzenmaterial (Foto: Sarah Zieger).

Ein signifikanter Anteil aller Tierarten auf unserem Planeten lebt im Boden. Doch wir wissen überraschend wenig über sie. Für nur sehr wenige Bodentiere wurde in roten Listen ein Gefährdungsstatus definiert – und dies zudem oft auf Basis von wenigen Daten. Ein Autorenteam unter der Leitung von iDiv und der Universität Leipzig hat nun einen Kommentar in Nature Ecology and Evolution zu diesem Thema veröffentlicht. Die WissenschaftlerInnen rufen zu Initiativen auf, um Licht ins Dunkel der „Black Box“ Bodendiversität zu bringen.

Im Boden lebende wirbellose Tiere wie Springschwänze, Tausendfüßer, Regenwürmer und Fadenwürmer sind in vielen Datenbanken zu Biodiversität unterrepräsentiert. In Analysen über den Zustand und die Entwicklung der weltweiten Biodiversität werden sie daher oft nicht berücksichtigt. Besonders wenig ist darüber bekannt, wie sehr die unterirdische Vielfalt durch Umweltveränderungen bedroht ist, etwa durch die menschliche Landnutzung oder den Klimawandel. Die Autoren des kürzlich erschienen Kommentars treten daher dafür ein, mittels groß angelegter Initiativen die notwendigen Daten bereitzustellen. „Es sind vor allem zwei Fragen, die wir beantworten müssen“, erklärt Seniorautor Nico Eisenhauer. „Erstens müssen wir klären, ob lokal gesehen Biodiversität im Boden weltweit abnimmt, und zweitens müssen wir verstehen, welche Faktoren diesen potentiellen Rückgang bestimmen.“

Dass aktuell kaum Daten zu Bodentieren verfügbar sind zeigt sich auch in roten Listen. Sowohl in nationalen als auch in internationalen roten Listen sind Bodentiere dramatisch unterrepräsentiert. Wenngleich sie auf manchen Listen in kleiner Anzahl auftauchen, besteht immer noch ein großes Ungleichgewicht zugunsten von charismatischeren Organismen wie Säugetieren, Fischen, Schmetterlingen oder Pflanzen. Rote Listen seien ein wichtiges Werkzeug für den Schutz der Biodiversität. Daher ist sei sehr wichtig, dass wirbellose Bodentiere auf diesen Listen vertreten sind, so die WissenschaftlerInnen. Tabea Turrini

Publikation:
Phillips, Helen R. P., Erin K. Cameron, Olga Ferlian, Manfred Türke, Marten Winter & Nico Eisenhauer (2017): Red list of a black box. Nature Ecology & Evolution 1, doi:10.1038/s41559-017-0103.

Weitere Information:

Prof. Nico Eisenhauer
Leiter der Forschungsgruppe Experimentelle Interaktionsökologie am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig sowie Professor an der Universität Leipzig
https://www.idiv.de/de/gruppen_und_personen/mitarbeiterinnen/mitarbeiterdetails/eshow/eisenhauer-nico.html

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